Die Vogelgrippe grassiert in Deutschland und Europa mit voller Wucht und breitet sich immer weiter aus. In vielen Bundesländern werden immer wieder Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet, welche mit einer Stallpflicht verbunden sind. Dies stellt besonders die Züchter von Zier-, Groß- und Wassergeflügel vor massive Probleme. Aber auch unsere Zwerghühner und Hühner leiden bei der Aufstallpflicht. Hier bietet das "Merkblatt zur Vermeidung von Verhaltensstörungen" unter Tipps ein paar gute Anregungen.
Nachfolgend sind einige interessante Beiträge und Links hinterlegt.
Aufgrund der aktuellen Nachweise der Aviären Influenza und der daraus resultierenden Aufstallungspflicht im gesamten Landkreises Nienburg sowie angrenzender Regionen erreichen den Verein vermehrt Fragen zum Umgang mit der reinen Stallhaltung.
Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Empfehlungen zusammen, um die Haltungsbedingungen für Rassegeflügel und Zwerghühner trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten bestmöglich zu gestalten.
Viele der hier beschriebenen Maßnahmen sind nicht nur während der Aufstallpflicht sinnvoll, sondern verbessern die Tierhaltung dauerhaft.
Herausforderungen der Aufstallung
Mit dem Wegfall des Auslaufs fehlen Hühnern wichtige Möglichkeiten wie:
Ohne geeignete Alternativen kann es zu Stress und unerwünschtem Verhalten wie Federpicken kommen. Ziel ist daher, den Stall so zu gestalten, dass er möglichst viele natürliche Verhaltensweisen ermöglicht.
Besatzdichte überprüfen
Da Stallflächen begrenzt sind, empfiehlt sich:
Weniger Tiere bedeuten weniger Stress, bessere Luftqualität und mehr Bewegungsraum.
Lichtmanagement
Für eine verhaltensgerechte Haltung sind gute Lichtverhältnisse entscheidend.
Empfehlungen:
Bei bereits vorhandenem Federpicken sollte direkte Sonneneinstrahlung vermieden und die Lichtintensität reduziert werden.
Frischluft & Stallklima
Ein guter Luftaustausch ist wesentlich, um Schadgase zu reduzieren und die Einstreu trocken zu halten.
Geeignete Maßnahmen:
Ziel: trockene Luft, wenig Ammoniak, stabiles Innenklima.
Einstreuqualität sichern
Einstreu dient als Beschäftigungsmaterial und nimmt Feuchtigkeit auf.
Gut geeignet sind:
Die Einstreu sollte locker und trocken sein. Feuchte Einstreu schadet den Tieren und begünstigt ein schlechtes Stallklima.
Tränken und Futterautomaten sollten erhöht oder aufgehängt werden. Kotbretter erleichtern die Reinigung.
Beschäftigung anbieten
Beschäftigung ist besonders während der Stallpflicht unverzichtbar.
Mögliche Materialien:
Bei faserreichem Futter ist Grit (2–4 mm) als Mahlhilfe wichtig.
Fütterung & Wasserversorgung
Mehlfutter fördert längeres Picken und beugt Langeweile vor.
Tränken regelmäßig reinigen und täglich frisches Wasser bereitstellen.
Alle Tiere müssen gleichzeitig genügend Fressplätze haben.
Auf Gewichtszunahme achten – Bewegungsmangel begünstigt Verfettung.
Luzernegrünmehl oder eingeweichte Luzernepellets (2–4 %) eignen sich als Grünfutterersatz.
Parasiten- und Schadnagerkontrolle
Während der Aufstallpflicht steigt die Belastung durch Parasiten, da Tiere dichter beieinanderstehen.
Wichtig:
Luftqualität im Fokus
Mehr Zeit im Stall bedeutet:
Daher ist regelmäßiges Lüften entscheidend. Trockene Kälte ist für die meisten Rassen unproblematisch – schlechte Luft dagegen gesundheitsschädlich.
Kurz & Kompakt
Die aktuelle Aufstallungspflicht stellt viele Halterinnen und Züchterinnen vor Herausforderungen. Mit optimierter Einstreu, ausreichend Beschäftigung, guter Luftqualität und angepasster Fütterung lässt sich jedoch eine tiergerechte Haltung sicherstellen. Viele der empfohlenen Maßnahmen tragen dauerhaft zu gesünderen, ruhigeren und ausgeglicheneren Tieren bei.
Bei Fragen oder Beratungsbedarf stehen erfahrene Mitglieder des Vereins zur Verfügung.
