H5N1 Vogelgrippe

Informationen zu den aktuellen Ausbrüchen

Die Vogelgrippe grassiert in Deutschland und Europa mit voller Wucht und breitet sich immer weiter aus. In vielen Bundesländern werden immer wieder Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet, welche mit einer Stallpflicht verbunden sind. Dies stellt besonders die Züchter von Zier-, Groß- und Wassergeflügel vor massive Probleme. Aber auch unsere Zwerghühner und Hühner leiden bei der Aufstallpflicht. Hier bietet das "Merkblatt zur Vermeidung von Verhaltensstörungen" unter Tipps ein paar gute Anregungen.

   

Nachfolgend sind einige interessante Beiträge und Links hinterlegt. 


Information zur aktuellen Aufstallungspflicht – Empfehlungen für Rassegeflügelzüchterinnen und Hobbyhalterinnen

Aufgrund der aktuellen Nachweise der Aviären Influenza und der daraus resultierenden Aufstallungspflicht im gesamten Landkreises Nienburg sowie angrenzender Regionen erreichen den Verein vermehrt Fragen zum Umgang mit der reinen Stallhaltung.

 

Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Empfehlungen zusammen, um die Haltungsbedingungen für Rassegeflügel und Zwerghühner trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten bestmöglich zu gestalten.

Viele der hier beschriebenen Maßnahmen sind nicht nur während der Aufstallpflicht sinnvoll, sondern verbessern die Tierhaltung dauerhaft.

 

Herausforderungen der Aufstallung

Mit dem Wegfall des Auslaufs fehlen Hühnern wichtige Möglichkeiten wie:

  • Picken
  • Scharren
  • Staubbaden
  • Erkundung und Bewegung

Ohne geeignete Alternativen kann es zu Stress und unerwünschtem Verhalten wie Federpicken kommen. Ziel ist daher, den Stall so zu gestalten, dass er möglichst viele natürliche Verhaltensweisen ermöglicht.

 

Besatzdichte überprüfen

Da Stallflächen begrenzt sind, empfiehlt sich:

  • eine Reduktion des Bestandes auf wesentliche Zuchttiere
  • die Prüfung zusätzlicher Unterbringungsmöglichkeiten

Weniger Tiere bedeuten weniger Stress, bessere Luftqualität und mehr Bewegungsraum.

 

Lichtmanagement

Für eine verhaltensgerechte Haltung sind gute Lichtverhältnisse entscheidend.

 

Empfehlungen:

  • ausreichende Tageslichtzufuhr über Fenster
  • künstliche Beleuchtung mit hoher Frequenz (> 2.000 Hz), um Flackern zu vermeiden
  • tageslichtähnliche Lampen sind ideal
  • Nester im abgedunkelten Bereich des Stalls platzieren

Bei bereits vorhandenem Federpicken sollte direkte Sonneneinstrahlung vermieden und die Lichtintensität reduziert werden.

 

Frischluft & Stallklima

Ein guter Luftaustausch ist wesentlich, um Schadgase zu reduzieren und die Einstreu trocken zu halten.

 

Geeignete Maßnahmen:

  • Lüftungsöffnungen für Zu- und Abluft
  • kippbare Fenster
  • idealerweise Abluftkamine

Ziel: trockene Luft, wenig Ammoniak, stabiles Innenklima.

 

Einstreuqualität sichern

Einstreu dient als Beschäftigungsmaterial und nimmt Feuchtigkeit auf.

 

Gut geeignet sind:

  • Dinkel-/Strohpellets
  • Dinkelgranulat
  • Hobelspäne
  • Häckselstroh oder Mischungen

Die Einstreu sollte locker und trocken sein. Feuchte Einstreu schadet den Tieren und begünstigt ein schlechtes Stallklima.

Tränken und Futterautomaten sollten erhöht oder aufgehängt werden. Kotbretter erleichtern die Reinigung.

 

Beschäftigung anbieten

Beschäftigung ist besonders während der Stallpflicht unverzichtbar.

Mögliche Materialien:

 

  • Picksteine (weiche Varianten für Rassegeflügel)
  • aufgehängte Futtereimer/-flaschen mit kleinen Öffnungen
  • frisches Grünfutter wie Kohl oder Vogelmiere
  • Luzerneballen oder Luzernepellets (ggf. eingeweicht)
  • breitwürfige Körnergaben in der Einstreu
  • hygienisch einwandfreie Möhren oder Äpfel
  • Sandbäder in großen Kisten mit feinem Sand

Bei faserreichem Futter ist Grit (2–4 mm) als Mahlhilfe wichtig.

 

Fütterung & Wasserversorgung

Mehlfutter fördert längeres Picken und beugt Langeweile vor.

Tränken regelmäßig reinigen und täglich frisches Wasser bereitstellen.

Alle Tiere müssen gleichzeitig genügend Fressplätze haben.

Auf Gewichtszunahme achten – Bewegungsmangel begünstigt Verfettung.

Luzernegrünmehl oder eingeweichte Luzernepellets (2–4 %) eignen sich als Grünfutterersatz.

 

Parasiten- und Schadnagerkontrolle

Während der Aufstallpflicht steigt die Belastung durch Parasiten, da Tiere dichter beieinanderstehen.

 

Wichtig:

  • regelmäßige Kontrolle auf Federlinge, Milben und andere Ektoparasiten
  • Stall auf Rote Vogelmilbe prüfen
  • Futterstellen gegen Mäuse und Ratten sichern

Luftqualität im Fokus

Mehr Zeit im Stall bedeutet:

  • mehr Schadgase
  • mehr Staub
  • höhere Feuchtigkeit

Daher ist regelmäßiges Lüften entscheidend. Trockene Kälte ist für die meisten Rassen unproblematisch – schlechte Luft dagegen gesundheitsschädlich.

 

Kurz & Kompakt

Die aktuelle Aufstallungspflicht stellt viele Halterinnen und Züchterinnen vor Herausforderungen. Mit optimierter Einstreu, ausreichend Beschäftigung, guter Luftqualität und angepasster Fütterung lässt sich jedoch eine tiergerechte Haltung sicherstellen. Viele der empfohlenen Maßnahmen tragen dauerhaft zu gesünderen, ruhigeren und ausgeglicheneren Tieren bei.

 

Bei Fragen oder Beratungsbedarf stehen erfahrene Mitglieder des Vereins zur Verfügung.